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Sieben Aufgaben für Content Creators: So schreibst du besser
Erstens: schreiben
Schreib jeden Tag – nicht nur, wenn die Inspiration zufällig vorbeikommt. Schreib für dich, für dein Tagebuch oder für den Papierkorb auf deinem Desktop. Nicht jeder Text muss sofort in deinem Blog landen.
Der Zweck dieser Übung ist ein verlässlicher Arbeitsprozess. Schreiben ist eine Fähigkeit, und Fähigkeiten werden stumpf, wenn man sie nicht benutzt. Manche Entwürfe werden gut genug zum Veröffentlichen sein. Andere erfüllen ihren Zweck als Training. Alles zu publizieren, was du schreibst, ist keine besondere Konsequenz. Manchmal fehlt einfach die Redaktion.
Zweitens: die Persona
Mach dir klar, für wen du schreibst. Passe Wortschatz, Argumente, Beispiele und Humor an das Wissen dieser Person an. Ein einfaches Persona-Profil genügt: Was macht sie beruflich? Was weiß sie bereits? Was bereitet ihr Schwierigkeiten? Welche Entscheidung soll sie nach dem Lesen treffen können?
Wie nutzt du diese Persona? Verweise auf Dinge, die dein Publikum kennt. Wenn du für Fitnessfans in Berlin schreibst, ist eine Runde im Tiergarten konkreter als „Sport im Freien“. Der Text wirkt dadurch nicht beliebig, sondern für eine erkennbare Person geschrieben. Die Persona beeinflusst sowohl was du schreibst als auch wie du es erzählst.
Drittens: der Zweck
Wenn klar ist, für wen du schreibst, folgt eine der wichtigsten Fragen überhaupt: Warum?
Ein guter Text ist für seine Leser nützlich. Er kann ihnen helfen, etwas zu verstehen, zu erleben oder zu tun. Ohne einen klaren Zweck wird ein Artikel schnell zu einem Spaziergang ohne Karte.
Wie findest du Themen, die eine konkrete Aufgabe erfüllen? Ein Ansatz sind die von Google beschriebenen Micro-Moments. Suchanfragen lassen sich in vier Absichten ordnen:
- Ich möchte etwas tun – „Wie aktiviere ich einen Bildschirmfilter für Farbenblindheit?“
- Ich möchte etwas wissen – „Woran erkenne ich eine reife Avocado?“
- Ich möchte etwas kaufen – „Wo finde ich in der Innenstadt ein gutes Fachgeschäft?“
- Ich möchte irgendwohin – „Was kann ich dieses Wochenende unternehmen?“
Diese Perspektive erweitert deine Themenliste sofort. Eine zweite Quelle sind die Orte, an denen dein Publikum echte Fragen stellt: Fachgruppen, LinkedIn, Foren oder thematische Communities. Ob du über Hochzeitsplanung oder Kochen schreibst – die Fragen potenzieller Leser sind eine Fundgrube.
Viertens: die Arbeit machen
Eine der Storytelling-Regeln, die Pixar zugeschrieben werden, lautet sinngemäß: Was sich gut erzählen lässt, ist nicht automatisch angenehm anzuhören. Für Blogs würde ich es so formulieren: Wenn ein Text keinerlei Arbeit macht, ist er oft auch nicht besonders lesenswert.
Recherche ist entscheidend. Daten, überraschende Details, ein Gespräch mit einer Fachperson oder ein starkes Beispiel geben Lesern das Gefühl, dass ihre Zeit gut investiert war. Stell dir einen Artikel darüber vor, was nach einem Fest mit der Dekoration geschehen soll. Schreibst du nur aus dem Bauch heraus, entsteht eine Sammlung von Meinungen, die fast jeder liefern könnte. Suchst du Daten, fragst Menschen nach ihren Erfahrungen und findest eine unerwartete Geschichte, entsteht ein Text, den man nicht überall bekommt.
Mein Arbeitsprozess sieht so aus:
- Ich notiere, für wen ich schreibe, worüber und mit welchem Ziel.
- Ich schreibe auf, was ich bereits weiß.
- Ich gehe erst weiter, wenn ich benennen kann, was ich noch herausfinden muss: Daten, Namen von Forschenden, Beispiele und Quellen.
Der dritte und wichtigste Teil ist …
Fünftens: entscheiden, wie du die Geschichte erzählst
Du kannst mit einer Geschichte beginnen. Besonders gut funktioniert sie, wenn sie eine Emotion und eine Pointe trägt: eine Erkenntnis, einen Perspektivwechsel oder ein überraschendes Ende. Eine Geschichte ist aber kein Muss. Ein konkretes Beispiel, zu dem du im Text zurückkehrst, kann dieselbe Arbeit leisten.
Hier kommt dein eigener Stil ins Spiel. Vergleiche, Satzrhythmus, trockener Humor oder eine kleine Übertreibung helfen dir, bekannte Ideen auf unverwechselbare Weise zu erklären. Der Witz muss allerdings eine Funktion haben. Lenkt er von der These ab, ist er Dekoration und kein Werkzeug.
Sechstens: den Titel ausarbeiten
Der Titel übernimmt einen großen Teil der Arbeit, die nötig ist, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Schreib deshalb mehrere Varianten und prüfe, welche einen echten Nutzen verspricht, ohne den Leser zu täuschen.
Du kannst dafür die von Sally Hogshead beschriebenen Faszinationsauslöser nutzen:
- Begehren – das Versprechen von Genuss oder Gewinn;
- Geheimnis – der Hinweis, dass der Leser etwas noch nicht weiß;
- Alarm – die Kosten des Nichtstuns;
- Tabubruch – die Möglichkeit zu sehen, wie andere scheitern.
Es geht nicht darum, Formeln zu kopieren. Du wählst bewusst die Spannung, die die richtige Person zum Weiterlesen bringt.
Siebtens: redigieren
Lies den Text, bevor du auf „Veröffentlichen“ klickst. Streiche Füllwörter, prüfe Satzbau und Zeichensetzung. Gib ihn anschließend jemandem, der deiner Persona ähnelt. Ist alles verständlich? Klingt die Sprache natürlich? Ist klar, was nach dem Lesen zu tun ist?
Wenn ja: veröffentlichen.
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Eine brauchbare Idee nach der anderen — über Marken, Entscheidungen, Geschichten und KI. Geschrieben, wenn es etwas zu entwickeln gibt, nicht um einen Kalender zu füllen.

